Finanzierung

Die Höhe der Finanzierungskosten wird immer stärker durch die Ratingeinstufung und die Besicherung determiniert. Die Kennzahlen bei den Finanzinstituten sind schwerpunktmässig ertragsorientiert oder kapitalorientiert, basieren aber in den sogenannten hard-facts fast immer auf Zahlen der Bilanz und GuV abgelaufener Jahre.

Es sei die Frage erlaubt, welchen Sinn es macht, diese hard-facts zur Beurteilung der Sicherheit eines Unternehmens heranzuziehen. Es handelt sich zwar um Fakten aber deren hardness ist nur dann gegeben, wenn sich in der Zwischenzeit keine Veränderungen im Umfeld ergeben haben.

Bei der Geschwindigkeit, mit der

  • sich das Umfeld der Unternehmen heute rasant verändert,
  • sich Produkte verändern und damit Unternehmen plötzlich ihre Berechtigung am Markt verlieren,
  • Zusammenschlüsse oder Trennungen von Unternehmen oder Unternehmensteilen erfolgen,
  • Verlagerungen von Produktionen durchgeführt werden,
  • Preise und Tarife angepasst werden,

ist es ein Anachronismus, dass man bei Buchhaltungszahlen vergangener Jahre, die einen komplett anderen Unternehmenszustand beschreiben als er sich heute darstellt, von hard-facts spricht und diese noch dazu zur Beurteilung der Zukunft heranzieht.

Der Basler Ausschuss für Bankaufsicht hat eine neue Eigenkapitalregelung entworfen, die jedoch für die europäischen Länder unverbindlich ist, da solche Entscheidungen nur von den nationalen Behörden getroffen werden dürfen. Allerdings sind in dem Ausschuss alle einflussreichen europäischen Staaten vertreten, so dass „von einer faktischen Verbindlichkeit der Umsetzung [der Beschlüsse] ausgegangen werden kann."

Die Neuregelungen des Basler Ausschusses, Basel II, betreffen drei Bereiche:

  • Mindestkapitalanforderungen für Banken
  • die Überprüfung durch die Bankaufsicht
  • die erweiterte Offenlegung für Banken

Durch die Mindestkapitalanforderungen für Banken soll das Risiko einer Insolvenz der Bank verringert werden. Deshalb sind sie verpflichtet, eine bestimmte Deckung für „bankspezifische Risiken“ zu gewährleisten. Die Banken müssen selbst die Eigenkapitalhöhe berechnen, die sie zur Gewährleistung aufbringen müssen. Die Deckung gilt für drei Arten von Risiken:

  • das Kreditrisiko
  • das Marktrisiko
  • das operationelle Risiko

Mit dem Begriff Kreditrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass ein Kreditnehmer den Kredit mit den Zinsen in der Laufzeit nicht zurückzahlt. Der Bank könnten dadurch Verluste erwachsen, die gedeckt sein müssen. Der Begriff Marktrisiko, bezeichnet das Risiko, dass die von der Bank gehandelten Wertpapiere sich für die Bank verlustreich entwickeln. Für diese Möglichkeit muss die Bank Vorsorge treffen. Unter den Begriff „operationelles Risiko“ fallen Systemausfälle, menschliches Fehlverhalten sowie Naturkatastrophen. Diese Risiken müssen ebenfalls durch eine bestimmte Höhe an Eigenkapital gedeckt werden.